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Schlossturm

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Noch heute verbindet man Bad Berneck mit zahlreichen alten Fachwerkgebäuden, Ruinen und insbesondere mit seinem Wahrzeichen, dem Schlossturm über den Dächern der Stadt.

Das Alte Schloss, wie er anfangs bezeichnet wurde, bringt viele Unklarheiten in Bezug auf die Entstehungsgeschichte mit sich, denn diese wurde bis heute urkundlich nicht festgehalten und auch nie exakt erfasst.

Da es im Jahre 1248 zu einer Erbteilung des allodialen Nachlasses der Herzöge von Andechs-Meranien kam, ergibt sich als mögliche Erbauungszeit der Burg der Zeitraum zwischen 1177 und 1248. Es ist die Zeit des Hochmittelalters, „der hohen Zeit des Burgenbaus“ und gleichzeitig „die Übergangszeit von der Romanik zur Gotik, die ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zum bestimmenden Stil wurde.“

Nach der Erbteilung wurde die Burg den Burggrafen Friedrich Ⅲ. von Nürnberg und Friedrich von Truhendingen zugesprochen und kam kurze Zeit darauf, ca. 1338, in orlamündischen Besitz.

Zwei Jahre später wurde das Alte Schloss zum Sitz eines burggräflichen Amtes unter der Herrschaft des Burggrafen Johann von Nürnberg, der verantwortlich für einen wirtschaftlichen Aufschwung Bernecks war.

Da es sich beim Alten Schloss um eine Amtsburg handelte, wohnten dort nicht die Eigentümer. Vielmehr ließen diese ihre Besitztümer durch Amtspersonen verwalten, die man heutzutage als Beamte bezeichnen würde. Im Gegenzug wurden diese für ihre Dienste „[…] durch die Einkünfte aus einem zugehörigen Burggut als Lehen entschädigt.“

Eine Ausnahme hiervon, „dass nur Ministeralien die Burg bewohnten“, betraf die Gattin des Burggrafen Friedrich, der das Alte Schloss für kurze Zeit als Wohnsitz nutzte.

Zwischen 1350 und 1357 (wie bereits erwähnt) erfolgte auch die Stadterhebung, wobei der erste Nachweis der Stadtrechtsverleihung vom 18. November 1357 datiert.

In den Jahren von 1406 bis 1477 wurde die Burg amtsweise als Pfand an die Brüder Johann und Arnold von Wallenrode verkauft. Sie renovierten das Alte Schloss und erweiterten es um einen Zwinger, Wohnräume und eine Küche.

1477 kam es dann zu einem Wiederkauf von dem Mark- und Burggrafen Albrecht von Wirsberg. Die weiter im Nordosten von Veit von Wallenrode neu erbaute Burg „Neuwallenrode“ schien für Albrecht auf Grund der höheren Lage ein besserer Sitz. Daher verlegte er 1501 sein Amt dorthin und brachte den noch nicht fertiggestellten Bau zu Ende.

Letztmalig ist aus dem Jahr 1536 eine Datierung vorhanden, in der von der unteren Burg, dem Alten Schloss gesprochen wurde. Im Landbuch von Berneck heißt es: „das alte Schloss zu Berneck nimmt der Bedachung halben großen Schaden – desgleichen die Kapellen bei dem Schloss“. Daher vermutet man, dass sich die Burg von diesem Jahr an in einem baufälligen Zustand befand.

Ein Blick auf das Alte Schloss heute (2013) zeigt, dass die Ecken des 15 Meter hohen Turmes hauptsächlich aus „Diabasbruchsteinen“ und an den Ecken durch behauene „Sandsteinquader“ verstärkt wurden, aber noch Teile der Burggräben, der Ringmauer und auch bestehende Fenster zu sehen sind. Außerdem wurde 1818 das Bauwerk um ein Stockwerk erweitert und eine Turmuhr eingebaut. Sie schlägt auch heute noch zu jeder Viertelstunde und hat sich zu einem heimatlichen Symbol der Stadt Bad Berneck entwickelt.