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Marienkapelle

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Betritt man heutzutage eine Kirche, dämpfen die Besucher ihre Stimmen auf pianissimo. Lautes Reden, gar Lachen gilt heute als unmöglich. Im Mittelalter jedoch galt die Kirche als ein multifunktioneller Raum. Da es zu der damaligen Zeit noch keine „Dorfkneipe“ gab, bildete die Kirche den Mittelpunkt des Dorfes. Das gleiche galt für die Marienkapelle, welche zusammen mit dem Alten Schloss und der Burg Hohenberneck eine Linie bildet.

Geschichtlich ist die Kapelle untrennbar mit der schon oben beschriebenen Burg Hohenberneck verbunden, da diese ebenso auf den verfallenen Mauern der Walpotenburg neu errichtet wurde. Auf der Bauschrift neben dem Kapelleneingang ist zu erkennen, dass der Tag der Grundsteinlegung am 22. April 1480 durch Veit von Wallenrode erfolgte und nach ca. fünf Jahren fertiggestellt wurde.

Der Grund für die Errichtung war folgender: Während der Kreuzzüge, auf die sich Veit von Wallenrode bis zum Heiligen Grab nach Jerusalem begab, löste er ein Gelübde ein, das er bei seinem dortigen zweimaligen Besuch abgelegt hatte. 1480 setzte er den Grundstein der Kapelle, die der Heiligen Maria geweiht wurde. Die Marienkapelle war aber nicht nur dafür bestimmt, kirchlichen Zwecken zu dienen sondern sollte zusätzlich „ […] eine Art verteidigungsfähiges Vorwerk für die darüber liegende Burg Neuwallenrode sein […]“.